Tuesday, 17. february 2009 2 17 /02 /Feb. /2009 09:49
Irgendwie habe ich manchmal das Gefühl, als hätte irgendwen temporäre Demenz befallen, denn die Nachrichten servieren Dinge, die doch so Neu gar nicht mehr sind.
Gestern zum Beispiel redeten die Sprecher davon, dass man die Überlegung anstreben würde, General Motors von Opel zu trennen, da nachweislich der Mutterkonzern in den USA in den dunkelroten Zahlen steckt und die Deutschen mit in die Tiefe zieht. Meines Wissens, hatten die Autobauer das Thema schon im November 2008, denn da hing die Karre ja schon im Dreck. Die Eile, mit der nun hier in Deutschland die Opel Herren arbeiten und ein sinkendes Schiff retten wollen, überrascht den Laien und der Experte grinst.
Die Hypo Real wird enteignet, dann wieder nicht und man pumpt etliche Milliarden in diese eine Bank. Dazu noch ein Milliardengeschenk an die Commerzbank – hier scheint der Name Programm zu sein- und um die Ecke schleicht sich eine Bank an, die zwar noch nicht in Schräglage ist, und um das auch weiterhin zu bleiben, wird auch hier um Milliarden gebettelt. Frau Merkel steht oder sitzt im Fernsehstudio und brabbelt irgendwas in die Kameras, wo ich still und leise hoffe, dass sich dieses Ereignis auflöst und es in Wirklichkeit Urban Priol ist, der sich mal wieder einen Scherz erlaubt. Nein, es bleibt Frau Merkel, die wieder dummes Zeugs redet und uns Steuerzahlern klammheimlich den Vogel zeigt und mit ihren Augen spricht: So leicht, kann man euch verarschen.

Kurzarbeiter werden von der Bundesagentur für Arbeit bezahlt. Auch jene, die eigentlich nicht in Kurzarbeit müssten, wo aber das Unternehmen sich den freien Weg, zur freien Wirtschaft sucht und auf keinerlei Widerstand stößt. Vielleicht hätten alle Unternehmen in Deutschland ihre Bilanzen ordentlich erstellen sollen. Es war schon immer lustig anzusehen, wenn die Herren von Bayer und Co. sich hinstellten und nett sagten, dass sie für das nächste Geschäftsjahr ein weiteres Wachstum sehen und die Gewinne noch zu steigern wären. Wir klein Unternehmer, müssen bei jeder Bilanz, die in den ersten Jahren nicht mit Gewinnen auslaufen, dem lieben Finanzbeamten erklären, wie so etwas sein kann. Wobei die Herren es ja eigentlich wissen müssten. Welches Unternehmen in Deutschland schreibt direkt im ersten oder zweiten Jahr schon schwarze Zahlen? Wenn große Unternehmen utopische Bilanzen vorlegen und eigentlich ein Blinder mit Krückstock an der Sache fühlen kann, schnarchen die Finanzbeamten. Man fragt nicht nach und auch heute kommt mal keiner auf die Idee, den großen Dax-Unternehmen auf die Füße zu treten. Bilanzen kann man verschleppen und verschleiern, es muss halt nur geschaut werden, dass einem das bei den Kleinen auffällt, damit die Großen es weitermachen können.

Die Nachrichten überschlagen sich und teilen mit, dass Auszubildende wie nie in Lohn und Brot stehen würden. Welch Wunder, haben doch alle Unternehmen, die einen Azubi in den Reihen haben, die Unterstützung durch den Staat sicher und auf jeden Fall die billigste Vollzeitkraft, die man sich vorstellen kann. Tausche Alt gegen Azubi und die Bilanz des Unternehmens schaut direkt viel Schöner aus. Gut, es gibt junge Menschen, die für jeden Job zu wenig im Kopf haben und aus dem Grunde schreit man uns nun seit Wochen die Migration um die Ohren. Panik kommt auf, denn erst jetzt hat man festgestellt, dass durch die geburtenschwachen Jahrgänge, es zu einem Engpass auf dem Arbeitsmarkt kommen wird. Die Warnungen von vor etlichen Jahren, ja die kann man vergessen und heute so tun, als wäre wieder einmal so plötzlich etwas eingetreten. Das ist genauso wie mit der Überalterung. Ewig wurde gewarnt und ewig wurden die Augen verschlossen und nun sind die Kassen leer, die Altenheime überfüllt. System steckt in diesem Staat nicht mehr und wir erkennen, dass wir nichts erkennen dürfen. Erkennen wir etwas, haben wir die im Nacken hängen, von denen es heißt, die würden nur dann aktiv, wenn ein begründeter Verdacht bestehen würde. Also wie bei der Überwachung der Mitarbeiter. Da sind sich die führenden Köpfe ja auch nicht sicher, wie sie dem Volk erklären sollen, dass ein Jeder im Visier derer steht, die nur für das Wohle des Staates arbeiten. Auch ich werde beobachtet und es wird sortiert. Das sehe ich ja an meiner Petition. Kaum ist da mal eine, die nicht lustig erscheint und sich vom Blabla der anderen abhebt, da wird die Öffentlichkeit die es betrifft, nicht zugelassen. Vielmehr noch, es dauert und dauert ehe vielleicht mal ein Bescheid kommt, dass man sich über die Änderung des einen Wortes unterhalten will. Bis dahin haben Deutsche Firmen weiterhin das Glück, Mitarbeiter in den Ruin zu treiben.

Danke an die Regierung, die zwar alles von mir will, aber nichts geben kann.
von Joshua Sun - veröffentlicht in: angefragt oder nachgedacht - Community: Politik, Fellflusen und Leben
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